Eine österreichische Erfolgsstory

Foto: Elmar Theurer
Mag. Elke Grießmayr (re.) mit ihrem Modell

Plauscherl mit einer Make-up-Meisterin

Was hat Schminken mit Bauchgefühl zu tun? Mag. Elke Grießmayr verrät es uns. Als Vorbild für alle österreichischen Visagisten gewann sie 2008 die doppelte Krone der Österreichischen Make-up-Meisterschaft und des International Masters' Award Make-up 2008. Sie plaudert mit uns exklusiv über ihre Leidenschaft fürs Schminken, über kleine Schönheitsfehler und ihre liebsten Promi-Kunden

BEAUTY FORUM: Wann haben Sie Ihre Leidenschaft fürs Schminken entdeckt?
Mag. Elke Grießmayr: Meine Familie brachte mich zur Visagistik. Meine Schwester gründete 2003 ihre eigene Firma und schon während meines Studiums der Kunstgeschichte ließ ich mich zur Visagistin ausbilden. Von da an war eigentlich klar, dass ich meine Berufung in der Visagistik gefunden habe.

Was hat sich seit Ihrem Doppelsieg als Make-up-Meisterin verändert?
Durch den Gewinn der beiden Titel ist das Interesse der Medien an meiner Person gestiegen. Seit ich stärker in den Medien vertreten bin, hat sich die Zahl meiner Aufträge erhöht. Außerdem habe ich attraktive Aufträge erhalten, die mir die Möglichkeit geben, mit interessanten Personen, seien es Fotografen oder Prominente, zusammenzuarbeiten.

Arbeiten Sie auch bei Bällen, Galas oder fürs Fernsehen?
Ja, diese Möglichkeiten haben sich ergeben. Es ist für mich eine große Herausforderung, bei solchen Anlässen zu schminken und somit mein Können zu beweisen. Mein Schwerpunkt liegt auf der Visagistik für Fotografie. Es ist meine Leidenschaft, Modelle für bestimmte Shootings zu schminken und mit den Fotografen Hand in Hand zu arbeiten. Auch die Film- und Fernsehwelt ist interessant für eine Visagistin wie mich. Es ist eine schöne Abwechslung, ab und zu bei großen Events zu arbeiten und Moderatoren oder Laudatoren zu schminken.

Welche Promis haben Sie schon gestylt?
Eine der besten Erfahrungen habe ich bei der Arbeit mit der bezaubernden Lindsey Vonn oder dem Buena Vista Social Club gewinnen können. Aus der österreichischen Medienwelt habe ich u.a. schon Uschi Fellner und Mirjam Weichselbraun geschminkt. Ein solcher Auftrag ist immer wieder eine aufregende Erfahrung. Aber darüber hinaus sollte man nie vergessen, dass nicht nur die Profimodels ihr Make-up benötigen, sondern auch Schauspieler/-innen und Politiker/-innen. Wen ich sehr gerne mal schminken würde, ist Nina Hagen.

Haben Sie einen Geheimtipp für alle, die Österreichische/r Meister/in werden möchten?
Man sollte schon vor Beginn der Meisterschaft gute und vor allem viel Vorarbeit leisten. Häufiges Üben, eine kreative Idee und exaktes Arbeiten sind der Schlüssel zum Erfolg bei einer Make-up-Meisterschaft. Ein besonderer Dank gilt immer den Modellen, die geduldig das stundenlange Üben über sich ergehen lassen. Beim Schminken auf der Bühne ist es sehr wichtig, eine ruhige Hand zu haben. Weiters ist es wichtig, dass man innerlich immer ruhig bleibt. Eine gute Vorbereitung hilft gegen Nervosität.

Wie haben Sie sich persönlich auf die Meisterschaften vorbereitet?
Ich habe vorab ein Gesamtkonzept kreiert. Da das Make-up das Wichtigste an der Meisterschaft ist, muss man schon Monate vorher immer wieder üben, wie man das Modell am Ende schminkt. Das Modell sollte das vorgegebene Thema im Make-up, aber auch durch Outfit und Frisur wiedergeben. Ein perfekt abgestimmtes Gesamtbild und häufiges Üben bringt Routine und ist meiner Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg. Meine wichtigsten Arbeitsutensilien sind zudem mein Kopf und mein Bauchgefühl. Ohne diese wäre ich aufgeschmissen. Meine Make-up-Ideen, meine Kreativität und mein Perfektionismus werden von meinem Kopf und Bauch gelenkt.

Apropos Kopf und Bauch. Wie stehen Sie zu kleinen Schönheitsfehlern?
Ich bin der Meinung, dass kleine Makel dazugehören. Jeder Mensch ist unterschiedlich, was ich persönlich gut finde. Charakter und Persönlichkeit sowie das Befinden drücken sich auf der Haut und im Gesicht eines Menschen ab. Sichtbare oder auch unsichtbare Schönheitsfehler machen uns aus und formen nur unsere Persönlichkeit.

Interview: Simone Baier